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Frauen erwarten geringere Einstiegsgehälter

Monday, 18. October 2010

Studentinnen haben beim Berufseinstieg deutlich geringere Gehaltserwartungen als ihre männlichen Kommilitonen. Absolventen rechnen mit bis zu 20 Prozent mehr Bruttogehalt monatlich bei gleicher Qualifikation gegenüber ihren Kommilitoninnen.

Selbst Topstudentinnen erwarten 7 Prozent weniger Gehalt als Studenten mit deutlich schlechteren Abschlussnoten. Das ergab die Auswertung des Studentenspiegels 2010, einer Onlineumfrage des SPIEGEL, der Unternehmensberatung McKinsey & Company und der Studierendenplattform VZ-Netzwerke. Rund 164.000 Studierende, Doktoranden sowie Hochschulabsolventen, deren Hochschulabschluss nicht länger als ein Jahr zurückliegt, beteiligten sich an der Umfrage im Mai und Juni 2010. Der Studentenspiegel 2010 ist damit die größte Onlinebefragung von Hochschülern in Deutschland.

“Frauen sind in ihrer Selbsteinschätzung zu bescheiden und verlangen zu wenig Einstiegsgehalt im Vergleich zu männlichen Bewerbern”, erläutert McKinsey-Partner Nelson Killius. Während Studentinnen im Durchschnitt von einem Einstiegsgehalt von monatlich 2.877 Euro brutto ausgehen, erwarten Studenten im Schnitt 3.456 Euro. Im Vergleich nach Fachrichtung sind besonders Jurastudentinnen und angehende Wirtschaftsingenieurinnen bescheiden bei ihren Gehaltsvorstellungen: Ihre männlichen Kommilitonen erwarten 19 Prozent mehr. Selbst in Fachrichtungen mit einem hohen Frauenanteil rechnen Studenten mit mehr Gehalt als ihre weiblichen Kommilitonen: Bei den Erziehungswissenschaften sind es 20 Prozent mehr.
Unabhänartungen haben Chemiker mit einem Einstiegsgehalt um 3.800 Euro, gefolgt von den Elektrotechnikern, Wirtschaftsingenieuren und Maschinenbauern mit rund 3.700 Euro. Am bescheidensten sind Studierende des Sozialwesens: Sie erwarten etwa 2.300 Euro als Einstiegsgehalt.

von Ute Blindert. Weitere interessante Artikel für Studentinnen und Absolventinnen gibt es unter: Zukx – Business Ladys:

In den Augen des Personalers sind alle Bewerber gleich

Tuesday, 31. August 2010

Unter der Federführung der Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS), die dem Bundesfamilienministerium unterstellt ist, nehmen fünf Unternehmen am Pilotprojekt zum anonymisierten Bewerbungsverfahren teil. Mit von der Partie sind die Deutsche Post, die Deutsche Telekom, L’Oreal, Mydays und Procter & Gamble. Ein Jahr lang werden die beteiligten Unternehmen anonymisierte Bewerbungsverfahren testen, also ohne Foto, Namen und Angaben zum Alter, Geschlecht, Herkunft und Familienstand.

Das Pilotprojekt soll im Herbst 2010 starten und zwölf Monate durchgeführt werden. Der Versuch Pilotprojekt wird während der gesamten Dauer wissenschaftlich begleitet und anschließend ausgewertet. Andere europäische Staaten wie Schweden, Frankreich, Belgien und Großbritannien haben solche Modellversuche bereits begonnen beziehungsweiseabgeschlossen.

Nach Ansicht von Christine Lüders, Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, sollte deutschlandweit ein einheitliches, anonymisiertes Bewerbungsverfahren gelten, um eine allgemeine Chancengleichheit zu gewährleisten. Sie verweist auf eine beim IZA erschienene Studie von 2010, wonach die Angabe eines türkisch klingenden Namens die Chancen auf eine Einladung zum Vorstellungsgespräch für einen Praktikumsplatz verringert – im Durchschnitt um 14 Prozent, bei kleineren Unternehmen sogar um 24 Prozent. Bei der IZA-Untersuchung (Institut zur Zukunft der Arbeit) wurden Bewerbungen für Praktikumsplätze verschickt. “Wir gehen davon aus, dass die Diskriminierungsquote bei Stellenausschreibungen – vor allem im niedrigqualifizierten Bereich – deutlich höher liegt”, sagte Lüders. “Aber es kann nicht sein, dass Bewerberinnen und Bewerber oftmals nur auf Grund ihres Namens oder ihres Alters keine erste Chance erhalten. Entscheidend für die Auswahl der Bewerberinnen und Bewerber sollte nur die Qualifikation sein. Wir brauchen in Deutschland eine neue Bewerbungskultur.”

Ich freue mich auf Eure Kommentare und bin gespannt, was die Leser des JOBSUMA-Blogs von der anonymisierten Bewerbung halten.