Artikel-Schlagworte: „Berufseinstieg“

Willkommen im JOBSUMA-Blog

Sunday, 8. November 2009

JOBSUMA - die erste bundesweite Jobsuchmaschine für Studenten, Absolventen & Young Professionals hilft Euch dabei, mit wenigen Klicks einen Überblick über den Stellenmarkt in Deutschland zu bekommen und schnell das richtige Praktikum, einen Nebenjob oder den ersten Job nach dem Studium zu finden.

Der JOBSUMA-Blog will Euch über Themen rund um die Bewerbung und den Berufseinstieg informieren.

Welche Unterlagen gehören zu einer vollständigen Bewerbung? Was kann ich mit meinem Abschluss in welcher Branche verdienen und wie funktioniert eigentlich ein Assessment-Center? Wie kann ich mich richtig auf ein Vorstellungsgespräch vorbereiten und wie führe ich Gehaltsverhandlungen? Fragen über Fragen, die im JOBSUMA-Blog beantwortet und diskutiert werden sollen.

Ich freue mich auf Eure Kommentare und Anregungen!

Das geht gar nicht: No-Gos im Bewerbungsschreiben

Friday, 20. January 2012

Das Anschreiben, auch Motivationsschreiben genannt, soll genau das transportieren: MOTIVATION. Außerdem sollte die Antworten auf folgende Fragen des Personalers beantworten:

- Warum passt dieser Bewerber besonders gut zur Stelle?
- Welche fachlichen Qualifikationen bringt er für die Position mit?
- Welche Erfahrungen aus Praktika oder früheren Jobs qualifizieren ihn für die Stelle?
- Was sind seine Alleinstellungsmerkmale gegenüber Mitbewerbern?

Demzufolge sind schwammige und austauschbare Formulierungen, die keine klaren beruflichen Ziele des Bewerbers zum Ausdruck bringen und Formulierungen im Konjunktiv, die auf Unsicherheit schließen lassen, absolut fehl am Platz. Hier einige weitere No-Gos für das Bewerbungsschreiben:

Betreff
Es ist gut möglich, dass der potenzielle Arbeitgeber mehr als ein Stellenangebot veröffentlicht hat. Daher in der Betreffzeile immer die Position angeben; falsl das Jobangebot numeriert ist,  auch die Nummer angeben, etwa so: „Bewerbung als Entwicklungsingenieur“ Auch bei einer Initiativbewerbung gibt es einen Betreff!

Quelle der Stellenanzeige
Wo hast Du die offene Stelle gefunden oder wie bist Du – im Falle einer Initiativbewerbung auf das Unternehmen aufmerksam geworden? Jeder Personaler muss intern rechtfertigen, wofür er das Recruiting-Budget ausgibt und über welche Kanäle er die meisten Bewerbungen generiert. Fütterst Du ihn im ersten Satz Deines Motivationsanschreibens mit dieser Information, ist er positiv gestimmt.

Anrede
Mit „Sehr geehrte Damen und Herren“, kann kein Anschreiben beginnen, das der Selbstvermarktung dient. Da es sich um eine Bewerbung auf eine konkrete Stelle bei einem bestimmten Unternehmen handelt, muss ein Ansprechpartner recherchiert und angeschrieben werden. Findet man diesen nicht auf der Karriere-Website des Unternehmens – was leider noch immer vorkommt –  steht ein Anruf in der Personalabteilung an und fragt nach dem Ansprechpartner für die Bewerbungsunterlagen. Nicht abwimmeln lassen! Schließlich legt der Bewerber alle persönlichen Karten auf den Tisch. Daher hat er auch das Recht, seine persönlichen Unterlagen an eine benannte Person zu schicken.

Würde, hätte, sollte – klingt nach bitte,bitte
Du willst, bist für die Stelle der ideale Bewerber und freust Dich über einen Einladung! Du bist auch kein Bittsteller, sondern eine hoch qualifizierte und bestens ausgebildete Arbeitskraft für das Unternehmen, bei dem Du Dich bewirbst. Also keine falsche Bescheidenheit! Der Konjunktiv vermittelt Unsicherheit und Unwahrscheinlichkeit. Wenn Du im Anschreiben überzeugend dargelegt hast, warum Du zum Arbeitgeber und auf das Stellenprofil passt, willst Du eingeladen werden. Also etwa so formulieren: „Über Ihre Einladung zu einem persönlichen Gespräch freue ich mich.“

Softskills
Die erforderlichen Softskills für eine Stelle, stehen in der Stellenanzeige (schau Dir mal Stellenanzeigen auf JOBSUMA an) nach der erforderlichen Ausbildung. Dazu gehören Teamfähigkeit, Durchsetzungsvermögen, überdurchschnittliche Leistungsbereitschaft u.v. m. Mit schwammigen Aussagen wie: „Ich bin überaus engagiert, ein echter Teamplayer und eigne mich auch für einen Auslandseinsatz aufgrund meiner interkulturellen Kompetenzen“, führt nicht zu einer Einladung zum Vorstellungsgespräch. Das sind leere Worthülsen. Mag sein, dass Du all diese wunderbaren Eigenschaften hast. Aber Personaler will Beweise. Überlege also, mit welchen Beispielen aus dem Studium, Deiner Berufsausbildung, einem Praktikum oder einem Job als Werkstudent, Du die geforderten Softskills beschreiben kannst.

Als Tipp zum Schluss: Jeder Personaler ist dankbar für  die Angabe konkreter Gehaltsvorstellungen und den nächst möglichen Eintrittstermin des Kandidaten. Das spart Zeit und erübrigt Nachfragen, wenn er sich für ein bestimmtes Kandidaten-Profil interessiert.

Master-Studium – Kür oder Pflicht für gute Jobperspektiven?

Wednesday, 30. November 2011

Allein in diesem Monat gab es vier Mastermessen in Deutschland. Tausende von Bachelor-Absolventen und –Studenten strömten auf die Master and More-Messen in Berlin, Münster und Stuttgart, wo sich deutsche und internationale Hochschulen mit ihren Masterprogrammen präsentierten. Insgesamt vier dieser Orientierungsmessen hat der Veranstalter borderconcepts in diesem Jahr organisiert. Allein in diesem Jahr hatten die  Besucher- und Ausstellerzahlen eine stark steigende Tendenz. Für 2012 plant borderconcepts fünf solcher Messen, auf denen sich Interessenten  über ein Masterstudium direkt nach dem Bachelorstudium, über ein Vollzeitprogramm nach einigen Jahren Berufserfahrung  oder einen berufsbegleitendes Master-Studiengang  informieren können.MasterMesseStuttgart_Messehalle_2362x1565.jpg

Fakt ist: Hierzulande gibt es viel zu wenig Masterprogramme. Nur jeder dritte Bewerber bekommt  einen Masterstudienplatz. Während es in Deutschland neben der Knappheit von Studienplätzen oft zusätzlich noch bürokratische Stolpersteine und komplizierte Bewerbungsverfahren gibt, werben private und staatliche Hochschulen aus dem europäischen Ausland um Masterstudenten aus Deutschland und stehen den Messebesuchern von Mastermessen Rede und Antwort.  Nur um die 20 Prozent der ausstellenden Schulen der Master and More-Messen in diesem Jahr kamen aus Deutschland. Die  Messebesucher konnten spüren,  dass sich die ausstellenden  Hochschulen als Dienstleister für Bildung verstehen und  sich mit professionellem Marketing um Studenten bemühen und sich an ihrem Erfolg messen lassen wollen. Denn ihre Bemühungen gelten nicht nur dann, wenn sie Studenten überzeugen wollen, an ihrer Hochschule zu studieren, sondern auch dann, wenn aus Studenten Absolventen geworden sind. Ein professioneller Career Service kümmert sich bei nahezu allen ausländischen Hochschulen um intensive Kontakte zu Arbeitgebern und macht die Vermittlungsquote ihrer Absolventen transparent.

Warum ist Deutschland eigentlich  immer das Schlusslicht? Unsere europäischen Nachbarstaaten leiden genau so am Führungskräftemangel und am demographischen Wandel. Der Unterschied ist allerdings, dass sie nicht jammern, sondern rechtzeitig agieren. Denn die Hoffnung, dass ein Teil der ausländischen Studenten nach dem Masterabschluss im jeweiligen Land bleibt ist durchaus berechtigt.

Wer sich über in- und ausländische Master-Studiengänge informieren möchte, findet auf der www.masterandmore.de fast 7700 Masterstudiengänge im In- und Ausland.

Was denn nun – Führungskräftemangel oder nicht?

Saturday, 19. November 2011

Experten, Wirtschaftsinstitute und Interessensverbände von Industrie und Arbeitnehmern diskutieren kontrovers, ob er wirklich existiert, der Fachkräftemangel. Gerüchte machen sich breit, die  Arbeitsagentur sei schon in den wirtschaftlich geschwächten EU-Ländern unterwegs, um Fachkräfte für den deutschen Arbeitsmarkt anzuwerben.

Trotzdem gibt es nach wie vor Arbeitslosigkeit unter Akademikern. – auch wenn diese nicht sehr hoch ist. Ein Personalberater, der sich darauf spezialisiert hat, deutsche Akademiker mit Migrationshintergrund an deutsche Arbeitgeber zu vermitteln erklärt frustriert. „Die Einstellungsquote ist extrem gering, auch wenn der Bewerber hundertprozentig zum Stellenprofil. Irgendein Haar in der Suppe findet sich immer. Wie ist die Situation nun wirklich? Wenn sich deutsche Arbeitgeber noch leisten können, qualifizierte Akademiker mit deutscher Staatsangehörigkeit und nicht deutscher Herkunft abzuweisen, kann der Schmerz noch nicht so stark sein.

Eine Menge Begriffe wie Führungskräftemangel, Fachkräftemangel und Mangel an MINT-Absolventen schwirren durch die Medien. Aber wie sind diese Begriffe definiert? Besteht der Führungsnachwuchs ausschließlich aus Akademikern, oder zählen Studienabbrecher oder Informatik-Spezialisten, die keine Akademiker sind, auch dazu? Was ist denn eine Fachkraft? Ein Handwerker mit Gesellenbrief, ein Absolvent einer Techniker-Fachschule oder zählt auch die Krankenschwester dazu?

Laut Bundesverband deutscher Arbeitgeberverbände (BDA) gibt es heute in Deutschland rund eine Millionen offene Stellen. Alleine in den MINT-Berufen fehlten laut BDA 155.000 Fachkräfte und bis zum Jahre 2025 würde die Zahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter auf 6,5 Millionen zurückgehen. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) behauptet, die Problematik des Fachkräftemangels werde deutlich überschätzt und das Institut für Mittelstandsforschung hält den Fachkräftemangel für ein konjunkturelles Problem. Wer erhebt welche Zahlen nach welchen Kriterien und werden hier Äpfel mit Birnen verglichen? Laut DIW ist Fachkräftemangel das Ergebnis eines Rechenfehlers. Die Arbeitsagenturen registrierten offene Stellen, multiplizierten diese mit einem Faktor, der abbildet, dass die Unternehmen nicht alle offenen Stellen melden und glichen den Wert mit der Zahl der Arbeitslosen ab – die Differenz dieser Werte ergäbe den laut DIW gegenwärtig kaum nachweisbaren Fachkräftemangel.

Die Kienbaum-Studie High Potentials 2010/2011, eine Befragung unter 530 deutschen Unternehmen kommt zu dem Ergebnis, dass der Führungskräftemangel sich zuspitzt, denn laut der Umfrage können mehr als 60 Prozent der befragten Arbeitgeber, ihre Stellen nicht mit Wunschkandidaten besetzen.

Die Wahrheit liegt wahrscheinlich irgendwo in der Mitte, glaubt Sascha Jussen von der Deutschen Gesellschaft für Personalführung (DGFP) und gibt zu bedenken, dass die verschiedenen Argumente und Annahmen nur schwer vergleichbar sind. Kann man schon von Mangel sprechen, wenn sich eine Stelle nicht schnell nachbesetzen lässt? Oder reden Unternehmen schon von Mangel, wenn Sie auf eine Stellenausschreibung nicht mehr Hunderte von Bewerbungen erhalten?

Auch Absolventen haben ganz unterschiedliche Erfahrungen, was den Jobeinstieg nach dem Studium betrifft. Das geht aus einem aktuellen Artikel im Spiegel hervor. Leicht haben es in der Regel Absolventen von MINT-Studienfächern. Auch Geisteswissenschaftler haben zurzeit gute Chancen, wenn sie sich schon während des Studiums durch Praktika für bestimmte Branchen oder Funktionen qualifiziert haben. Auch Wirtschaftswissenschaftler fällt der Berufseinstieg nicht immer leicht. Aufgrund der hohen Absolventenzahl in den Wirtschaftswissenschaften, ist die Konkurrenzsituation beim Berufseinstieg besonders hoch.

Was bedeutet das für die Berufsplanung von Abiturienten und Bachelor-Absolventen? Welches Masterstudium macht arbeitsmarktbezogen Sinn, wenn man den Bachelor in der Tasche hat? Um diese Frage zu beantworten, bräuchte man hellseherischen Fähigkeiten. Auch in der Vergangenheit haben sich Arbeitsmarktprognosen nicht immer bewahrheitet. Daher tut man gut daran, ein Fach zu studieren, das den eigenen Neigungen und Begabungen entspricht. Wenn es sich dabei um ein MINT-Fach handelt, ist man arbeitsmarktbezogen sicherlich auf der sicheren Seite. Wen es einen eher zu geisteswissenschaftlichen Fächern hinzieht, sollte man das Studienfach  seiner Wahl selbstbewusst durchziehen und sich so früh wie möglich mit möglichen beruflichen Einsatzgebieten beschäftigen.  Für Geisteswissenschaftler und alle Studenten der von Arbeitgeberseite weniger begehrten Fächer, ist das Sammeln relevanter Berufserfahrung ein absolutes Muss.

Fleißig, ehrgeizig und ausgebrannt. Das Burnout-Syndrom geht um.

Friday, 28. October 2011

Entweder das Thema Burnout ist zurzeit ein medienübergreifender Selbstläufer oder die neue Volkskrankheit, die gerade flächendeckend gesellschaftsfähig wird. Denn nicht nur Karriere ambitionierte Manager und Fußballtrainer erkranken am Burnout-Syndrom, sondern auch immer mehr Schüler und Studenten fallen der neuen Zivilisationskrankheit  zum Opfer.

Nach der Statistik des Deutschen Studentenwerks von 2010 haben rund 23.200 Studenten die studentenwerkseigenen psychologischen Beratungsstellen aufgesucht. Mehr als doppelt so viele Hilfesuchende wie im Jahr 2003 berichteten von  bleierner Müdigkeit, undefinierbarer Angst, Konzentrationsstörungen und tiefer Traurigkeit.

Die  Betroffenen sind oft die  überdurchschnittlich Fleißigen  -  also genau diejenigen, die von Perfektionismus getrieben sind und alles im Leben auf die Reihe bekommen wollen:  Jobben, um das Studium wenigstens teilweise selbst finanzieren zu können; Praktika absolvieren, damit sie reibungslosen Berufseinstieg nach dem Studium hinbekommen. Da von künftigen Arbeitgebern erwartet wird, dass man sich ehrenamtlich oder in einer Studenteninitiative engagiert, wird das auch noch erledigt.  Zusätzlich verkünden Stellenangebote für Absolventen oft die  Botschaft: „Wir suchen die eierlegende Wollmilchsau“, denn überdurchschnittlich gute Noten sowie  Auslands- und Praxiserfahrung gehören zu den Standard-Anforderungen. Last but not least verschärfen die Auswirkungen der Hochschulreform inform von immer stärker verschulten Bachelor- und Masterstudiengängen, den Zeit- und Leistungsdruck im Studium zusätzlich.

Psychologin Birgit Rominger vom Berliner Studentenwerk betreut jährlich hunderte studentische Burnout-Patienten. Sie betont, dass alle Krankheitsgeschichten unterschiedlich sind, es jedoch für den  Heilungsprozess wichtig ist, den Alltag zu entschleunigen. Sie erarbeitet mit ihren Patienten eine Tagesstruktur, nachdem sie gemeinsam mit ihnen die Stress-Faktoren ergründet hat, die zum Burnout geführt haben. Vielleicht liegt die Chance für am Burnout erkrankte Studenten darin, dass sie  schon vor dem Start ins Berufsleben lernen, die Symptome zu erkennen und die Leistungsnotbremse rechtzeitig zu ziehen.

Auch Karriere ambitionierte Manager erkranken immer öfter am Burnout-Syndrom.  Seit 1994 hat sich die Zahl derer, die am Burnout und anderen psychischen Störungen erkrankt sind, verdoppelt. Besonders gefährdet, durch totale Verausgabung krank zu werden, sind Führungskräfte mit Personalverantwortung, da sie selbst Fürsorgepflichten haben und Verantwortung für andere tragen.

Und wer ist nun besonders gefährdet? Mazda Adli, Psychiater  an der Berliner Uniklinik Charité ist überzeugt davon, dass alle gefährdet sind, die sehr idealistisch und engagiert sind. Er glaubt auch, dass man einen drohenden Burnout verhindern kann, wenn man sich der stressfördernden Faktoren bewusst wird und sie in den Bereichen abbaut, wo sie nicht erfolgskritisch sind. Wer beispielsweise im Job oder Studium  perfektionistisch ist, sollte die Freizeit nicht auch noch komplett durchorganisieren. Außerdem tritt ein Burnout nicht über Nacht auf. Wer die einzelnen Entwicklungsphasen kennt, kann sich selbst beobachten und gegensteuern, behauptet Adli.

Phase 1:              Der eigene Erfolg steigert den Leistungswillen

Phase 2:              Der Stress macht sich zum ersten Mal bemerkbar

Phase 3:              Mit Härte gegen sich selbst, versucht man die alte Leistung wiederherzustellen

Phase 4:              Man steigert das Arbeitstempo erneut

Phase 5:              Psyche und Körper machen nicht mehr mit und streikt

Studienplatz auf den letzten Drücker

Monday, 12. September 2011

Jetzt ist er da, der große Studienplatzmangel. Lange wurde er heraufbeschworen, da zum Wintersemester 2011/2012 mehr denn je Abiturienten einen Studienplatz ergattern wollen. Dafür gibt es mehrere Gründe: Der doppelten Abiturjahrgang, der durch die Verkürzung von 13 auf 12 Schuljahre zustande gekommen ist und die Abschaffung des Wehrdienstes. Außerdem steigt seit einigen Jahren die Zahl der Studienplatzbewerber kontinuierlich an.

Möglichkeiten und Tricks  last minute doch noch den gewünschten Studienplatz zu bekommen hat Studis Online zusammengestellt.

Auf Nachrücklisten einschreiben
Hochschulen sehen es nicht gerne, es kann aber helfen. Wer den Studienplatz annimmt, der nur die zweite Wahl ist, kann auf der Nachrückliste der Hochschulen bleiben, um ggf. doch noch den bevorzugten Studienplatz zu bekommen. Sollte man den tatsächlich ergattern, wenn das Semester schon begonnen hat, kann man sich an der ersten Hochschule wieder exmatrikulieren. Für die Rückzahlung der schon bezahlten Studiengebühren und des Sozialbeitrags gelten von Hochschule zu Hochschule  allerdings unterschiedliche Fristen. Da kann es durchaus passieren, dass das Pokern den Preis einer doppelten Studiengebühr mit sich bringt.

Studienplatzbörsen nutzen
Da die Hochschulen mit dem Zu- und Absage Chaos aufgrund der in 1. Beschriebenen Pokerpartien oft überfordert sind, bleiben oft nach Bearbeitung aller Nachrücklisten noch freie Studienplätze übrig. Viele Hochschulen melden diese Restpätze den Studienplatzbörsen. Bis die greifen haben die Vorlesungen meistens schon begonnen und man sollte sich bei der Fachschaft und im Studentensekretariat des jeweiligen Studiengangs erkundigen, ob man überhaupt noch Chancen hat, Seminarplätze zu ergattern und den obligatorischen Stundenplan zu realisieren.  Die Restplätze von NC-Studiengängen werden meistens verlost. Die beiden bekanntesten Studienplatzbörsen sind die der Hochschul-rektorenkonferenz , studieren.de und Hochschulstart.

Abstriche beim Studienort
Wenn die erste Wahl  nicht realisierbar ist, dann kann Plan B greifen. Finde heraus, in welcher Stadt hat das Studienfach Deiner Wahl einen nicht so hohen oder gar keinen NC hat. Da es in Deutschland bei der Attraktivität von Studienstandorten  ein starkes Gefälle gibt, wird so mancher Studienplatz, der in München oder in den NRW-Metropolen für viele unerreichbar ist, in ostdeutschen Städten mit niedrigerem NC oder sogar ohne Zulassungsbeschränkung vergeben. Denn die Bewerberzahlen bestimmen den NC. Infos, welche Fach man an welcher Hochschule studieren kann findet Ihr auf hochschulkompass.de

Durch Umwege zum Ziel
Vielleicht gibt es einen Studiengang, der mit dem  zulassungsbeschränkten Traumstudiengang verwandt ist? Dann greift zu. Ein Quereinstieg aus verwandten Studienfächern ist in vielen Hochschulen möglich. Die Kriterien sind allerdings so unterschiedlich wie die Hochschullandschaft. Schaut  Euch also die Bedingungen an der Hochschule, an der Ihr eigentlich Euer Wunschfach studieren wollt, die Wechselbedingungen gut an, beziehungsweise geht in die Studienberatung, bevor Ihr Euch für die “zweite Wahl” einschreibt.

Im Ausland studieren
Immer mehr Deutsche gehen zum Studieren in Ausland. Ein Auslandsstudium ist lange nicht mehr nur für Studenten mit Geld von zu Hause. Österreich ist gerade dabei, die Studienbedingungen für Deutsche zu erschweren; dabei geht es aller Wahrscheinlichkeit nach um die Einführung von Studiengebühren für ausländische Studenten. Weitere Infos über das Studium in den beiden Nachbarländern gibt es auf studisonline.de Auch Holland ist eine gute Alternative. Es gibt dort einige englischsprachige Studiengänge. Wer aber den für viele unerreichbaren NC für Medizin oder Psychologie umgehen will, muss erst mal Niederländisch lernen, um in Holland studieren zu können.

Studienplatz einklagen
Grundsätzlich kann man gegen den Ablehnungsbescheid jeder Hochschule oder der ZVS Klage einklagen. Dann muss man allerdings der Uni oder FH nachweisen, dass sie eigentlich viel mehr Studenten hätte  annehmen können, als dies der Fall ist. Die Erfolgsaussichten sind je nach Studienfach unsicher, außerdem muss der Kläger die Anwaltskosten tragen. Der Erfolg einer Klage ist überhaupt nicht einschätzbar und daher wie ein Lotteriespiel.

Wartezeit sinnvoll nutzen
Eine Alternative, den NC irgendwann zu knacken, ist das Anhäufen von Wartesemestern.  Je nach Fach vergeben Hochschulen 20 bis 50 Prozent der Plätze nach Wartezeit. Wartezeit erhält man für alle Aktivitäten nach der Schule – außer für ein anderes Studium in Deutschland. Wer dagegen im Ausland studiert, sammelt in der Regel trotzdem Wartesemester für deutsche Hochschulen.  Auch eine Ausbildung, die das gewünschte Studium  sinnvoll ergänzt, kann eine gute Alternative sein, zumal viele Ausbildungen von Abiturienten in zwei bis zweieinhalb Jahren absolviert werden können und die Ausbildung nach dem Studium beim Berufseinstieg als Berufserfahrung zählt.

Patentrezept für den optimalen Lebenslauf

Wednesday, 27. July 2011

Es gibt viele Ratgeber und Anleitungen mit Ratschlägen, Vorlagen und Rezepten für den angeblich perfekten Lebenslauf. Der einzige, der Deinen Lebenslauf optimieren kann, bist nur Du! Der Lebenslauf, auch CV genannt, ist das Kernstück Deiner Bewerbung, weil er immer zuerst gelesen wird. In diesem Beitrag findest Du Kriterien, die Du beachten solltest, wenn Du einen Lebenslauf erstellst. Wenn Du die Tipps als Checkliste betrachtest und umsetzt, um Deinem CV den letzten Schliff zu geben, hast Du die besten Chancen, um das Interesse des Personalers zu wecken.


1.       Die persönliche Daten – was muss hinein, was nicht?
Die persönlichen Daten beinhalten Name und Adresse, eine Telefonnummer unter der Du durchgängig  erreichbar bist und Deine Emailadresse. Nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) sind Altersangabe, Familienstand, Religionszugehörigkeit und Foto nicht mehr erforderlich. Das bedeutet, Du  entscheiden selbst, ob Du diese Angaben machen willst und den Bewerbungsunterlagen ein Foto hinzu fügst.
Das Bewerbungsfoto gehört in Deutschland immer noch zum Standard. Solltest Du dich dafür entscheiden, lass es bitte einem Fachmann machen – auf gar keinen Fall von einem begnadeten Hobby-Fotograf aus Deinem Freundeskreis. Zum Fototermin solltest Du so gekleidet sein wie zum Bewerbungsgespräch: also in Schlips und Kragen beziehungsweise Hosenanzug oder Kostümchen. Es gibt nur ganz wenige Ausnahmen, was die Kleiderordnung betrifft: Start-Ups oder Agenturszene. Aber generell gilt: lieber overdressed als underdressed.

2.       Die Berufserfahrung –  durch Übersichtlichkeit punkten
Wenn Du Dich für die antichronologische Form entscheiden, steht Ihre aktuelle oder letze Tätigkeit an oberster Stelle. Diese Reihenfolge erleichtert die Arbeit  des  Recruiters erheblich,  wenn er Deinen  Lebenslauf liest. Versetzt dich in seine Lage.  Er muss für die Besetzung einer einzigen Stelle jede Menge Lebensläufe lesen. Ihn interessiert hauptsächlich,  in wieweit Deine jetzige Tätigkeit  relevant für die offene Stelle ist. Sollte es um den ersten Job nach Deinem Studienabschluss handeln, kannst Du auch für die Bewerbung relevante Praktika an den Anfang stellen. Dazu mehr unter 7.

3.       Studium und Ausbildung – zählt nur die akademische Bildung?
Unterschätze nicht den Stellenwert einer Ausbildung vor dem Studium.  Falls Du vor Deinem Studium eine Ausbildung beendet hast, wertet das Deinen Lebenslauf auf. Besonders als Absolvent ist eine Ausbildung ein guter Ausgleich für mangelnde  akademische Berufserfahrung – auch wenn Ihre Ausbildung nicht in direktem Zusammenhang mit dem Studium steht.

4.       In der Kürze liegt die Würze?
Je nachdem wie viel Berufserfahrung man vorweisen kann, sollte der Lebenslauf maximal zwei bis drei Seiten umfassen. Die Länge hängt von der Anzahl der unterschiedlichen Tätigkeiten ab. Als Absolvent reichen in der Regel ein bis zwei Seiten. Das ist allerdings kein Gesetz. Wer viel berufliche Praxis durch Praktika gesammelt hat, längeren Auslandsaufenthalte oder –semester vorweisen kann, braucht genügend Platz um diese Fakten zu Papier zu bringen. Wer allerdings durch die Auflistung mehrerer  irrelevanter Nebenjobs auf zwei Seiten kommt, erreicht das Gegenteil von Interesse beim Recruiter.

5. Der erste Eindruck zählt – oft entscheiden Sekunden
Gib dem Personaler  die Chance, schnell zu erfassen, warum Du der geeignete Kandidat für die zu besetzende Stelle bist. Das erhöht Ihre Chancen, im Bewerbungsprozess in die nächste Runde zu kommen. In der Regel liest der Entscheider zunächst den Lebenslauf, um sich einen ersten Eindruck zu verschaffen. Wenn ihm schon beim  flüchtigen Lesen relevante Informationen zur fachlichen und persönlichen Qualifikation  ins Auge springen, wird er den Lebenslauf erneut zur Hand nehmen, um sich endgültig davon zu überzeugen, dass Du  die erforderlichen Kriterien erfüllst.

6.       Mut zur Lücke? Ehrlichkeit  währt am längsten?
Sollte es eine Lücke von mehr als drei Monaten in Deinem Lebenslauf geben, musst Du entscheiden: Mut zur Lücke oder dezent kaschieren. Werde Dir klar darüber, ob Du zu dieser Lücke stehst, wie sie sich auf Dein Leben, Studium und Deine Berufserfahrung ausgewirkt hat, welche Chancen daraus entstanden sind  und so weiter. Trage  in eine Liste ein, was dafür und was dagegen spricht, diese Lücke im Lebenslauf zu erwähnen. Solltest Du Dich für die Wahrheit entscheiden, dann formuliere positiv. Wenn Du beispielsweise längere Zeit ohne Job warst oder nach dem Studium einige Monate gebraucht hast, den ersten Job zu ergattern,  führe stichpunktartig auf, wie Du die unfreiwillige Freizeit für Weiterbildungsmöglichkeiten – etwa den Ausbau von Programmier- oder Sprachkenntnissen genutzt hast. Warst Du längere Zeit krank, dann beschreibe, wie sich Dein Leben nach der Krankheit positiv verändert hat, dass Du gesund bist und viel dafür tust, gesund zu bleiben.

7.       One fits all? Ein Lebenslauf für alle Bewerbungen?
Einen Lebenslauf für mehrere Bewerbungen verwenden –schön wär‘s.  Aber am Lebenslauf ändert sich doch nichts? De facto ist das richtig. Da der Lebenslauf aber immer vor dem Motivationsschreiben gelesen wird, kannst Du die für die Stelle relevante Informationen betonen und nach vorne rücken. Nur wenn der Personalentscheider auf den ersten Blick eine Übereinstimmung Deiner Qualifikationen mit den Anforderungen des Stellenprofils  feststellt, wird er sich weiter mit Deinen Bewerbungsunterlagen beschäftigen. Also komme ihm  entgegen, indem Du ihm diese Informationen in der Reihenfolge zur Verfügung stellst wie sie im Stellenprofil aufgeführt sind.
Interpretierst Du z. B. der Anzeige so, dass die akademische Bildung wichtiger ist als die Berufserfahrung, positionierst  Du den Abschnitt Studium vor dem Teil Berufserfahrung. Du bist der Meinung, dass ein bestimmtes Praktikum ausschlaggebend dafür ist, dass Du  für die Stelle der oder die Richtige bist. Dann beschränke  Dich nicht auf die reine Funktionsbeschreibung und der Zeitangabe. Beschreibe diese Tätigkeit ausführlicher als andere.

Und jetzt ran an die nächste Bewerbung! Und noch ein Tipp zum Schluss: Bitte jemand, den Lebenslauf Korrektur zu lesen. Denn: Je öfter man eigene Texte gelesen hat, desto häufiger übersieht man Rechtschreib- und Kommafehler.

Finanzcheck für Berufseinsteiger

Tuesday, 5. July 2011

Studium passé, Einstiegsjob unter Dach und Fach. Die sorgenfreie Zeit kann beginnen. Ab jetzt liegt man weder den Eltern noch Vater Staat auf der Tasche und ist Herr und Frau des eigenen hart verdienten Gehalts. Stimmt zwar im Prinzip, aber mit dem eigenen Einkommen beginnen auch die Ausgaben, die mit der eigenen „Spießisierung“ unvermeidbar sind. Riester, Vermögensaufbau und-Ziele, Haftpflicht, private Krankenversicherung, Bafög-Rückzahlung. Diese Liste lässt sich noch weiter ausbauen.

Einen  Artikel, der einen guten Überblick über nötige und unnötige Ausgaben für  Ver- und Absicherungen für Absolventen und andere Berufseinsteiger verschafft, könnt Ihr auf focus Online lesen.

Suchst du noch? Oder nutzt Du schon JOBSUMA, die Jobsuchmaschine für Studenten, Absolventen und Young Professionals?

Saturday, 18. June 2011

Mehr als 91 Prozent  der Jobsuchenden nutzen bis zu sechs Jobbörsen im Internet. Das ist ein Ergebnis der fortlaufenden Jobbörsen-Nutzer-Umfrage von CrossPro-Research.com, dem Gemeinschaftsprojekt von Crosswater Systems und PROFILO.

Für die Jobsucher ist das purer Stress. Außerdem zeigt es deutlich, dass sie glauben, Stellenangebote zu verpassen, wenn sie nur eine Jobbörse zur Suche eines Praktikums, einer Abchlussarbeit, eines Einstiegsjobs oder eines neuen Jobs, wenn sie mit ihrem aktuellen Arbeitgeber unzufrieden sind.

Die Medien zur Jobsuche werden immer mehr und demzufolge auch immer unübersichtlicher. Mehr als 1.600 Stellenbörsen sind derzeit online, hinzu kommen soziale Netzwerke wie XING, Facebook und Co. Die meisten Tageszeitungen und überregionalen Zeitungen haben einen Online-Stellenmarkt ; hinzu kommen noch Online-Portale wie kalaydo und meinestadt.de, die unter anderem auch einen Stellenmarkt haben.  Ach ja, dann gibt es noch die Spezial-Jobbörsen für Wiwis, Ingenieure, Kreative usw. Ein wahrer Dschungel, der für Bewerber immer unübersichtlicher wird.

Die  Jobbörsen-Nutzer-Umfrage trägt dazu bei, Personalentscheidenr von Unternehmen und Jobsuchende Transparenz über den Stellenmarkt zu verschaffen.

Die folgende Tabelle stellt ein Ranking dar, das die Zufriedenheit mit Jobbörsen und die Suchqualität bewertet. Insgesamt haben 536 Stellensuchende Bewertungen für 82 Jobportale abgegeben.  Auf Platz 1 in Sachen Zufriedenheit und Suchqualität steht JOBSUMA – die Jobsuchmaschine für Studenten, Absolventen und Young Professionals. In weiteren Auswertungen von crossproResearch ergeben übrigens, dass immer mehr Jobsuchende Jobsuchmaschinen nutzen, da sie die Stellenangebote vieler großer Jobportale, aber auch die Stellenanzeigen 1000er von Unternehmens-Websites darstellen und so den Jobsuchern eine Transparenz  über den Stellenmarkt in ganz Deutschland
verschaffen.

Jetzt mitmachen! Alle Teilnehmer erhalten eine Zugangsberechtigung, um die besten Jobbörsen für ihre Wunschbranche online abzufragen.
http://www.crosspro-research.com/umfrage.html

JOBSUMA_Logo mit Schrift

Name Jobbörsen Zufriedenheit
Skala 1 – 4*
Suchqualität
Skala 1 – 4*
Anzahl der Bewertungen
Jobsuma.de 1,0 1,13 8
Stellen-Online.de 1,22 1,22 9
Jobrapido.de 1,4 1,4 5
Yourcha 1,57 1,86 7
StepStone Deutschland 1,58 1,82 83
FAZjob.net 1,59 1,67 17
Kimeta 1,6 1,87 15
Weitere Ergebnisse unter http://goo.gl/gQFTV *1 = sehr gut, 4 = unzufriedenverschaffen.

Karrieretypen: Politiker, Strategen oder Macher

Sunday, 12. June 2011

Die Größe eines Unternehmens spielt eine wesentliche Rolle beim Jobeinstieg und der Karriereplanung. Viele Absolventen träumen fast automatisch von einer Karriere im Großkonzern. Warum ist das eigentlich so? Und welche persönlichen Eigenschaften weisen darauf hin, für welches Arbeitsumfeld ein Absolvent tatsächlich geeignet ist? Deutsche Bildung sprach haben mit der Karriere-Journalistin Annette Eicker. Sie ist Herausgeberin der Jobguides und war lange Zeit Chefredakteurin der Zeitschrift „Junge Karriere“. Im Interview hat sie uns erklärt, was die Karriere im Großkonzern von anderen Wegen unterscheidet.

Hochschulabsolventen haben derzeit sehr gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Und viele träumen von der Karriere im namhaften Großunternehmen. Warum ist das eigentlich so? Das haben wir Annette Eicker gefragt, Geschäftsführerin von matchboxmedia und Herausgeberin der Jobguides für Hochschulabsolventen. Ein Einstieg im Großunternehmen habe viele Vorteile, sagt sie. Die Karriere könne da zumeist auf beschriebenen Pfaden verfolgt werden. Zudem bieten große Unternehmen jede Menge Personalentwicklungsprogramme mit vielen Weiterbildungsmöglichkeiten und die Chance, ins Ausland zu gehen. Absolventen können sich dort horizontal verändern, in andere Konzerngesellschaften, Geschäftsbereiche und Funktionen hinein oder in der Hierarchie nach oben klettern. Ob das allerdings die primären Motive für die große Beliebtheit der Konzerne bei Absolventen sind? Daran zweifelt Annette Eicker und sieht psychologische Gründe im Vordergrund: „Namhafte Unternehmen tun dem eigenen Ego gut“. Der Mensch hänge sich nun mal gerne an etwas Großes dran, schmücke sich mit einer großen, jedem bekannten Marke. Sie selbst habe schon junge Berufseinsteiger aus Großkonzernen kennen gelernt, die schon nach kurzer Zeit einen Habitus entwickelten, der aufgeladen ist von der Marke des Konzerns, für den sie arbeiten. Populäre Marken polieren eben auch das eigene Image.

Kleines Rad im großen Getriebe
Dabei hat der Einstieg im Konzern auch Nachteile: Schnell stellt sich das Gefühl ein, ein kleines Rad im großen Getriebe zu sein, denn in großen Unternehmen sind immer viele Köche beteiligt und die Entscheidungswege lang. Selten können hier Ideen sofort umgesetzt werden, da es immer gelte, einen großen Apparat in Bewegung zu setzen und sich mit vielen Parteien abzustimmen. Hierbei kann schnell das Gefühl auf der Strecke bleiben, selbst etwas auf die Beine gestellt zu haben. Und: „Wer in einem Konzern reüssieren will, muss sehr politisch agieren, muss also Netzwerke nutzen und Mehrheiten organisieren, anstatt sich allein auf Sachfragen zu konzentrieren.“ Das sei nicht per se ein Nachteil, aber wer kein Talent zum politischen Agieren habe, werde sich in einem Konzern schwertun.

Politiker oder Macher?
Anders im Mittelstand. Hier sei eher eine Machermentalität gefragt und der Abstimmungsbedarf wegen flacherer Hierarchien geringer. „Im kleineren Unternehmen hat man eher die Möglichkeit, Aufgaben ganzheitlich anzugehen und Strategien selbst zu entwickeln“, sagt Eicker. Ein wichtiges Merkmal von mittelständischen Unternehmen sei ihr langfristiges Denken: Wenn sie nicht börsennotiert sind, komme es weniger auf Quartalsergebnisse und schnelle Performance-Optimierung an als auf langfristige Erfolge. Das führe auch zu einer stabileren Personalpolitik und dazu, dass in Krisensituationen nicht gleich hektisch Mitarbeiter auf die Straße geschickt werden. Ein klarer Vorteil für Absolventen, die auf Sicherheit viel Wert legen.

Alternative Selbstständigkeit?
Keine Lust auf Unternehmenspolitik, Abstimmungsbedarf oder Hierarchien? Eine Alternative kann die Selbstständigkeit sein. Eine echte Option sei das aber für die allerwenigsten Absolventen, lautet Eickers Einschätzung. Sie rät davon ab, direkt nach dem Studium schon den Weg der Selbstständigkeit einzuschlagen. Warum? „Man sollte den Unterschied zwischen Theorie und Praxis schon einmal selbst erfahren haben“. Für eine erfolgreiche Gründung seien außerdem gute Netzwerke elementar. Sie lassen sich am einfachsten in renommierten Unternehmen knüpfen, sodass der Selbstständigkeit eine Phase als angestellter Mitarbeiter vorausgehen sollte. Auch sei für Unternehmer Erfahrung mit Budget- und Personalverantwortung enorm wichtig. Eine verantwortungsvolle Position in einem Unternehmen sei als Vorbereitung daher sehr hilfreich. Dennoch gebe es Menschen, die für eine Selbstständigkeit geradezu prädestiniert seien. Ein hohes Maß an Risikofreude und die Fähigkeit, auch mit Misserfolgen pragmatisch und nicht zu emotional umzugehen, zeichne die Gründernatur aus. „Man gewinnt und verliert. Und damit muss man leben können“, sagt Eicker. Hier kann es ganz entscheidend sein, mit welcher Prägung man aufgewachsen ist.
Startup: Für die einen reizvoll, für die anderen der Horror
Ähnliches gelte für einen Einstieg in einem Startup-Unternehmen. „Für ein Startup zu arbeiten, birgt ein höheres Risiko als bei einem etablierten Unternehmen. Für die einen kann gerade das reizvoll sein, für die anderen ist es der Horror“. In Startup-Unternehmen müssen Absolventen damit klar kommen, dass die Strukturen noch nicht festgezurrt sind. Dadurch entstehen Handlungsspielräume, die man zu nutzen wissen muss: „Wo ein Vakuum ist, da kann man sich breit machen und eigene Projekte vorantreiben.“

Und was ist mit der Work-Life-Balance? Hier sieht Annette Eicker von Jobguide keinen Unterschied. Eine erfolgreiche Karriere sieht sie in allen Unternehmensformen mit gewissen Abstrichen für das Privatleben verbunden.

Weitere Themen rund um Bewerbung und Jobeinstieg und in erster Linie Unterstützung bei der Finanzierung beim Studium durch die Studienförderung der Deutschen Bildung gibt es unter:  www.deutsche-bildung.de