Die Studie „Road-Map Praktikum“ von Campus Career Network hat die Auswirkungen der Umstellung der Studiengänge auf Bachelor- und Master innerhalb des Bologna-Prozesses auf die Aktivitäten von Studenten im Absolvieren von Praktika untersucht. Bundesweit haben 1.500 Studenten die Fragen des Personalvermittlers für Studenten und Absolventen beantwortet.
Das wichtigste Ergebnis: In Zukunft werden immer weniger Studenten ein Praktikum absolvieren, da die Studienpläne so straff sind, dass die Regelstudienzeit nicht für ein längeres Praktikum reicht. Ein weiterer Grund ist, dass Unis und FHs die Pflichtpraktika um 24 Prozent reduziert haben.
Aus Studentensicht bedeutet dies, dass die praktische Berufserfahrung vor Ende des Studiums deutlich zu kurz komt. Für Unternehmen gibt es schwerwiegende Konsequenzen für ihr Rekrutierungsverhalten und die feste Größe „Arbeitskraft Praktikant“. Zum einen kalkulieren Arbeitgeber mit der Arbeitskraft von Praktikanten; zum anderen nutzen sie die Beschäftigung von Praktikanten als Rekrutierungsinstrument, da sie Absolventen gerne nach ihrem Studienabschluss einstellen, wenn sie mit ihnen als Praktikanten gute Erfahrungen gemacht haben.
Laut Road-Map-Studie leisten 39 Prozent der Studierenden ein Vorpraktikum vor dem Studium ab, 95 Prozent ein Praktikum während des Studiums und 21 Prozent ein freiwilliges Praktikum nach Beendigung ihres Studiums.
80 Prozent der Studierenden gaben an, sie könnten sich aus zeitlichen Gründen während ihres Studiums kein freiwilliges Praktikum leisten und 29 Prozent glauben durch ein freiwilliges Praktikum während des Studiums ein Studienjahr zu verlieren. Durch die veränderten Studienbedingungen sind Studierende in einem echten Dilemma, denn 83 Prozent der Teilnehmer an der Studie glauben, durch ein Praktikum wichtige Kontakte für ihre Abschlussarbeit knüpfen zu können. 69 Prozent spekulieren sogar auf eine Einstellung nach dem Studium bei ihrem ehemaligen Praktikumsgeber.
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