Artikel-Schlagworte: „Jura“

Welche Uni ist die richtige?

Sonntag, 1. Mai 2011

Das fragen sich Jahr für Jahr Tausende von Abiturienten, aber nach der Umstellung auf Bachelor und Master auch die Absolventen, die ihren Bachelor-Abschluss in der Tasche haben und nach einer renommierten Alma Mater für ihr Master-Studium fahnden. Rankings gibt es viele. Wer nach der Bewertung von Studiengängen sucht, liegt sicherlich richtig, wenn er sich ausgiebig mit dem CHE-Ranking beschäftigt, das auf der Bewertung von Studenten basiert.

Das Uni-Ranking der WiWo beruht hingegen auf der Beurteilung von 516 Personalern deutscher Unternehmen. Bei diesem Hochschulranking geht es darum, welche Hochschulen in Deutschland aus Sicht der Personalverantwortlichen, ihre Studenten am besten auf das Berufsleben vorbereiten. Das Ranking bezieht daher auch nur die begehrtesten Studienrichtungen, nämlich die Natur- oder Ingenieurwissenschaften, die  Wirtschafts- und Rechtswissenschaften ein.  Wie alle Rankings ist auch das WiWo-Ranking subjektiv. Personaler beurteilen eine Hochschule natürlich nach den Absolventen und Praktikanten, mit denen sie im Laufe der Zeit überwiegend gute oder schlechte Erfahrungen gemacht haben. Oft richtet sich die Beurteilung auch danach, an welcher Hochschule der Personalverantwortliche selber studiert hat oder nach der Intensität des Kontaktes zu Lehrstuhlinhabern bestimmter Hochschulen

Wenn man den WiWo-Artikel und die einschlägigen Karriere-Ratgeber für Studenten und Absolventen liest, könnte man meinen, die Mehrheit der Studenten beschäftigt sich ausschließlich mit folgenden Fragen: Wie werde ich zum begehrten Objekt auf dem Arbeitsmarkt, wo sind die besten Professoren, welche Hochschule investiert am meisten in die Forschung und welche Praktika führen geradewegs in den ersten überdurchschnittlich gut bezahlten Job? Wenn das so sein sollte, wundert es nicht, dass in Deutschland wie in keinem anderen europäischen Land Bildung und der damit eng verbunden der berufliche Erfolg von der sozialen Herkunft und dem Bildungsstand des Elternhauses abhängt.

Der schönen und heilen Ranking-Welt nach zu urteilen, machen sich Abiturienten und Studenten überwiegend Sorgen über ihre Karriere nach dem Studium, nicht aber über die Finanzierung ihres Studiums und andere Hürden, die es als Otto-Normal-Student zu bewältigen gilt. Es liest sich ja ganz einfach. Für Begabte gibt es Stipendien, für finanziell minderbemittelte Bafög und für den Rest bezahlen eben die Eltern. So einfach ist das aber nicht. Ich glaube nicht, dass die meisten Studenten  ihren Studienort und die Hochschule danach aussuchen, ob sie hoch in der Gunst von  Personalern stehen. Es ist eine Tatsache, dass es bei den Lebenshaltungskosten und bei den Studiengebühren durchaus ein Nord-Süd-Ostgefälle gibt. Auch die Neigungen dürften, wenn man sich konsequent am WiWo-Ranking orientiert, keine bedeutende Rolle bei der Studienwahl spielen. Denn es gibt ja nur begrenzte Möglichkeiten: Naturwissenschaften, Ingenieurwissenschaften, BWL und Jura.

Ich frage mich ernsthaft, ob deutsche Personaler und die einschlägige Wirtschafts- und Karrierepresse den Schuss noch nicht gehört haben. Einerseits wird in Personalmarketingkreisen derzeit das Anderssein der Generation Y ausführlich beschrieben. Danach suchen die heute 20 bis 26jährigen überwiegend nach einem Sinn im Leben und im Job. Sie sind nicht in erster Linie auf Karriere und Geld  aus. Andererseits wird diese Generation nur auf ihre Karriereambitionen und Geldgier reduziert. Neigungen, Begabungen, Präferenzen spielen angeblich keine große Rolle.

Meine Überzeugung ist: Wer nach gründlicher Überlegung das Studienfach seiner Wahl ernsthaft studiert –  es darf sogar ein geisteswissenschaftliches Fach sein – und sich während seines Studiums ernsthaft bemüht, praktische, berufliche Erfahrungen zu sammeln sowie Beratungsangebote innerhalb Hochschule und auf Messen in Richtung Berufseinstieg wahrnimmt, wird seinen Berufseinstieg schon meistern. Seine beruflichen Chancen stehen für ihn oder sie nicht schlechter als für diejenigen, die sich in erster Linie an Rankings orientiert haben.

Nun aber zu den Ergebnissen des WiWo-Uni-Rankings:
Der Gewinner in den Fächern Maschinenbau und Elektrotechnik ist die RWTH Aachen. Platz zwei für Maschinenbau und Elektrotechnik belegt das Karlsruher Institut für Technologie (KIT), gefolgt von der TU Darmstadt. Nach Ansicht der Personaler bringt die Uni Mannheim die besten Betriebswirte und Volkswirte hervor. Die begehrtesten Juristen haben ihr Examen an der LMU München abgelegt. Den zweiten Platz für Jura belegt die Uni Münster.

wiwo_Ranking

Aus der Krise lernen: Masterstudiengang „Finance and Financial Regulation“ in England

Sonntag, 22. August 2010

Nicht nur die Politik ist mit der Bewältigung der Folgen der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise der letzten Jahre beschäftigt – auch ein neuer und brandaktueller Masterstudiengang der renommierten Newcastle University in Nordengland befasst sich mit diesem Thema.

Der in diesem Herbst zum ersten Mal angebotene „Master of Science in Finance and Financial Regulation“ legt seinen Schwerpunkt dabei auf die Frage nach der Rolle, die den beiden Themen Regulierung und Kontrolle bei der Wiederherstellung des Vertrauens und der Stabilität in Bezug auf die globalen Finanzmärkte zukommt. Der Studiengang ist an der Newcastle University Business School angesiedelt, wird jedoch in Zusammenarbeit mit der Newcastle Law School durchgeführt, so dass neben wirtschaftswissenschaftlichen auch juristische Aspekte ihre Berücksichtigung finden.

Insgesamt hat dieser auf ein Jahr ausgelegte Studiengang eine Wertigkeit von 180 ECTS, die im Rahmen von Pflicht- und Wahlmodulen sowie einer abschließenden Masterarbeit vergeben werden.  Über die Pflichtmodule werden Themen wie Finanztheorie, Unternehmenspolitik und  juristische sowie behördliche Regulierungstechniken abgedeckt.  Die Wahlmodule bieten den Studenten dann die Möglichkeit, einzelne Themen weiter zu vertiefen, die sie besonders interessieren. Angeboten werden unter anderem Kurse wie „International Finance“, „Credit Risk Modelling“, „International Money and Banking“ oder auch „Retail and Investment Banking“.

Voraussetzung für eine erfolgreiche Bewerbung ist ein abgeschlossenes Bachelorstudium im Bereich BWL, Finanzwirtschaft oder Jura. Darüber hinaus müssen deutsche Bewerber anhand eines standardisierten Sprachtests wie des IELTS oder TOEFL ihre Englischkenntnisse nachweisen.

Die Gebühren für diesen Masterstudiengang betragen derzeit GBP 8,320. Die für englische Verhältnisse günstigen Lebenshaltungskosten in Nordengland sowie die im Vergleich zu deutschen Masterstudiengängen kürzere Studiendauer, die einen früheren Berufseinstieg ermöglichen, machen diese Mehrkosten jedoch mehr als wett, zudem für das Studium auch eine Förderung durch Auslands-BAföG beantragt werden kann.

Gastbeitrag von  Alexandra Michel von College Contact