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Leadership 2020 – neue Werte in der Wirtschaft?!

Saturday, 19. February 2011

Es ist ein offenes Geheimnis, dass Menschen weniger leisten, wenn man ihnen keine Wertschätzung, kein Vertrauen und keinen Respekt entgegenbringt. Eine motivierende Arbeitsatmosphäre zu schaffen ist daher eine der wichtigsten womenandworkGrundvoraussetzungen, um als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen zu werden. Diese Prämisse gewinnt an Bedeutung unter dem Druck des weltweiten Wettbewerbs um die Top-Talente und einer gefährlichen Mischung aus Fachkräftemangel und Überalterung der Gesellschaft, die in den Unternehmen heute schon zu Umsatzeinbußen in Milliardenhöhe führt.

Ein wichtiger Aspekt in der aktuellen Diskussion um Fachkräftemangel und Demographie ist dabei die Rolle der Frau in der Arbeitswelt. Unternehmen erkennen, dass sie in eine positive Arbeitsatmosphäre investieren und den Nährboden für eine divers zusammengesetzte Belegschaft bereiten müssen, um Top-Talente gewinnen und an sich binden zu können. Unternehmen, die über ein vernünftiges System zur Führungskräfteentwicklung verfügen und dieses regelmäßig an neue Marktgegebenheiten und globale Wirtschaftsveränderungen anpassen, sind erfolgreicher und wachsen schneller als die Konkurrenz. Die zentrale Herausforderung für Unternehmen besteht heute und in Zukunft darin, eine frauen-, männer- und familienfreundliche Kultur zu schaffen, und die Arbeitswelt so zu organisieren, dass erfolgreich sein nicht bedeutet, bis abends um 10 Uhr im Büro sein zu müssen.

Autokraten sind out
In der Folge muss sich auch der Führungsstil unter dem Druck des globalen Wettbewerbs radikal ändern. Der einsame Autokrat, der allein über das Wohl und Wehe einer Abteilung oder eines Unternehmens entscheidet, hat ausgedient. Unternehmen bauen Hierarchien ab, beseitigen schwerfällige und bürokratische Strukturen, fördern ein kommunikatives, teamorientiertes Arbeiten, verlangen einen integrativen Management-Stil und schaffen genau in dem Moment, in dem mehr Frauen denn je weltweit am Arbeitsleben teilnehmen, ein Karriere-Umfeld, das die weiblichen Karriere-Werte widerspiegelt und weibliche Führungsstärken betont.

OECD und Europäische Kommission bescheinigen Frauen einen kollegialen Führungsstil, weniger Risikofreudigkeit, soziale Intelligenz, Verantwortungsbewusstsein und Überzeugungskraft. Zudem sind Frauen nicht hierarchisch geprägt. Der Faktor „Macht“, der in der Position einer Führungskraft mitschwingt, stößt viele Frauen intuitiv ab, denn sie agieren im Regelfall teamorientierter, kommunizieren mehr und teilen Informationen und Wissen. Diese weiblichen Attribute wurden lange Zeit als Schwäche gesehen und als wenig karriereförderlich im Sinne vom Aufstieg in höhere Management-Positionen.

Denken in Netzwerken, nicht in Machtstrukturen

Doch das könnte sich nun ändern. Die Karmasin Motivforschung aus Österreich stellte 2010 fest: Während in der Vergangenheit „Gewinnmaximierung“, „Stabilität“ und Festhalten an „Bewährtem“ zu den höchsten Werten zählte, sind heute Kreativität und Innovation gefragt sowie die Auseinandersetzung mit Kommunikation auf allen Ebenen. „Kooperativ, vielfältig und hierarchieunabhängig“, beschreibt eine aktuelle Studie der Hay Group diese neue Art der Führung und identifiziert Unternehmen mit der besten Führungskultur, unter anderem die Deutsche Bank, General Electric und Siemens. „Diese Unternehmen sind die Vorreiter einer Entwicklung weg von rein hierarchischen Organisationen zu Gunsten von mehr Entscheidungsfreiheit, Führung ohne formale Autorität und stärkerer Zusammenarbeit. Sie legen auch größeren Wert auf Vielfalt sowie auf geografische und kulturelle Belange“, so Andreas Randebrock, Leiter Leadership & Talent bei Hay Group in Deutschland. „Die Unternehmen aus unserer Studie schaffen es, eine motivierende Arbeitsatmosphäre zu schaffen“, so Randebrock weiter. „Sie verfolgen eine eindeutige Strategie und eine klare Vision, definieren unmissverständliche Erwartungen und legen Leistungsziele fest, die messbar und erreichbar sind. Dabei erlauben sie den Führungskräften Handlungsfreiheit und zeigen Entwicklungsperspektiven auf, d.h. die Karrierepfade sind für jede einzelne Führungskraft transparent und nachvollziehbar.“

Dieser neue Führungsstil stellt gleichzeitig aber ganz neue Anforderungen an jetzige und zukünftige Führungskräfte. Gebraucht werden Führungspersönlichkeiten, die mitdenken, mitgestalten und ihre Meinung deutlich äußern können, die Initiative ergreifen und neue Ideen haben. Gleichzeitig müssen sie in der Lage sein, kooperativ zu führen, verschiedene Meinungen unter Berücksichtigung interdisziplinär und multikulturell zusammengesetzter Teams zu akzeptieren und in einer einheitlichen Handlungsstrategie zu vereinen.

Unter „Leadership 2020“ hat Jeanne Meister, die amerikanische Autorin des Buches „2020 Workplace“ fünf geschlechtsneutrale Führungsfähigkeiten zusammengefasst, die sie in unserer modernen, hochtechnologisierten und globalen Arbeitswelt für zwingend erforderlich hält:

  1. Kooperatives Denken: Das Denken in Netzwerken, nicht in Machtstrukturen wird an Bedeutung gewinnen.
  2. Teamorientierung: Offenes Feedback, Entwicklungsmöglichkeiten, Weiterbildung und der Fokus auf jedes einzelne Teammitglied entscheiden über Erfolg oder Mißerfolg einzelner Mitarbeiter und damit des gesamten Teams
  3. Technische Affinität: Der Trend zu virtueller Führung wird die Arbeitswelt von morgen noch viel stärker beeinflussen. Der Umgang mit und die konsequente Nutzung von moderner Kommunikation wird zwingende Voraussetzung.
  4. Globales Denken und interkulturelles Bewusstsein: Führungskräfte benötigen interkulturelles Verständnis und die Fähigkeit, mit Menschen, Regierungen und Unternehmen verschiedener Kulturkreise zusammen arbeiten zu können.
  5. Zukunftsorientierung: Trends vorausschauen, neue Absatzmärkte erkennen und globale Entwicklungen erfassen, werden zu den wichtigsten Kompetenzen von Führungskräften zählen, um die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens langfristig zu sichern.

Eine Podiumsdiskussion zum Thema „Führen Frauen anders?“ findet am 14. Mai von 15:00 – 15:45 auf der Deutschlands größtem Messe-Kongress für Frauen statt. Melanie Vogel, und Maryam Machdi, Rechtsanwältin beim Verband DIE FÜHRUNGSKRÄFTE diskutieren mit Sehnaz Özden, Head of Corporate Employer Branding und Recruiting bei der Continental AG, Rainer Jensen, Director Learning & Development bei der Coca-Cola Erfrischungsgetränke AG, Claudia Schmies, Leiterin Produktionsmanagement und Customer Insights Management bei der RWE AG sowie Dr. Monika Henn, Diplompsychologin und Autorin des Buches “Die Kunst des Aufstiegs – Was Frauen in Führungspositionen kennzeichnet”.

Gastbeitrag von Melanie Vogel, Initiatorin des Messe-Kongresses women&work

Die perfekte Anleitung für den garantieren Misserfolg auf einer Recruiting-Messe

Thursday, 8. April 2010

Du hast von einem Kumpel gehört, dass heute eine Recruiting-Messe an Eurer Hochschule stattfindet. Prima, denkst Du Dir und beißt noch mal herzhaft in Deinen Döner komplett mit der Extraportion Zwiebeln und Zaziki, um Dich frisch gestärkt ins Getümmel zu stürzen. Da schau ich doch gleich mal vorbei. Es trifft sich gut, dass Du heute Deine besten Turnschuhe trägst und Dich fast schon wieder vollständig von  der WG-Party gestern Abend erholt hast.

Und hier sind noch ein paar wertvolleTipps, wie die Jobmesse für Dich garantiert zum Flop wird:

  • Wirf den Messekatalog in den nächsten Mülleimer und besorge Dir stattdessen eine erst mal eine Tüte für die Werbegeschenke. Du bist eben einfach der spontane Typ und lässt Dich von Stand zu Stand treiben. Ferrero! Ist das nicht ein Autohersteller? Gehe  gleich zum lächelnden Unternehmensvertreter und bitte ihn um eine Probefahrt. Du wusstest es nämlich schon immer: Eine intensive Vorbereitung versaut nur den frischen, spontanen Auftritt. Überlasse daher alles dem Zufall. Und man soll doch schließlich Fragen stellen.
  • Gute Fragen sind zum Beispiel: Was macht Ihr Unternehmen eigentlich so? Es ist immer gut, bei Adam und Eva anzufangen. Oder auch: Wissen Sie, wo es hier zum Klo geht? Wollen Sie nachher noch einen Kaffee mit mir trinken? Erkundige  Dich nicht zu intensiv über die ausgeschriebenen Stellen, Sie könnten als Streber und Schleimer gelten. Demonstriere einfach cooles Desinteresse und lasse Dein Gegenüber ein wenig rätseln, was Dich fachlich und persönlich auszeichnet. Das erhöht die Spannung.
  • Sollte sich jemand erdreisten, näher nachzuhaken, zähle möglichst viele Adjektive auf und haue  dabei richtig auf den Putz. Behaupte einfach, Du seist teamfähig, flexibel, belastbar, kommunikativ, kreativ, loyal, analytisch und überhaupt: brillant! Wo Du diese Eigenschaften erworben hast und unter Beweis stellen konntest, geht niemanden was an.
  • Du hast  mal irgendwo gelesen, dass man möglichst authentisch auftreten soll. Zieh aus diesem Grund bitte ausgelatschten Turnschuhe und die Baggy-Hose mit dem großen Loch am Po an und lasse Dir rechtzeitig ein paar Bartstoppeln stehen. Ignoriere Deine Kommilitonen, die sich bewerbungstauglich in Schale geworfen haben. Lächerlich! Die Typen haben echt keine Peilung !
  • Time is money: Wenn Du schon mal da bist, solltest Du auch alles gesehen haben. Haste Sie schnell von Stand zu Stand, würge das lange Gelaber der Unternehmensvertreter ab, wenn es Dir auf den Keks geht. Wenn die Zeit am Ende knapp wird, frag bitte nur noch nach den Werbegeschenken.
  • Demonstriere Deine Wichtigkeit und Geschäftigkeit, indem Du den Ausführungen der Unternehmensvertreter nicht zuhörst. Schau möglichst viel desinteressiert in der Gegend herum oder attraktiven Kommilitone/innen hinterher.
  • Schleppe bloß keine Kopien Deines Lebenslaufs mit Dir rum. So ein Messetag ist lang. Da wird der Rucksack zu schwer und außerdem brauchst Du ja Platz für die Werbegeschenke. Wenn sich ein Unternehmen für Dich interessiert,  kann man Dich schließlich auch googeln und in facebook und StudiVZ  auf aussagekräftige Informationen stoßen. Rufe schnell Deinen  Mitbewohner an, dass er schnell die Fotos von der WG-Party hochlädt, denn mit Dir kann man richtig Spaß haben und das solltest Du Deinem zukünftigen Arbeitgeber nicht verschweigen (Ehrlichkeit!!).
  • Mache Dir keinerlei Notizen und führe  die Visitenkarten, die man Dir womöglich gegeben hat, dem Altpapier zu. Du hast ja schließlich kein Alzheimer und kannst Dir auch so merken, wie Du beim Gespräch verblieben bist. Wenn Du Dich dann bei einem der Unternehmen bewerben solltest, greife einfach auf das gute alte „Sehr geehrte Damen und Herren“ zurück. Erwähne keinesfalls das Messegespräch, um Dich bloß nicht anzubiedern.

Soweit die wichtigsten Tipps für Deinen persönlichen Messemisserfolg. Aber sicherlich fällt Dir als kreativem Typen noch mehr ein, wie Du ein perfektes Messe-Desaster inszenieren kannst. Solltest Du aus irgendwelchen Gründen Deine Meinung ändern und Dich entschließen, eine Recruiting-Messe oder Firmenkontaktmesse optimal nutzen zu wollen, findest Du weitere Tipps hier.

Gastbeitrag von Stefanie Müller, Deutsche Bildung