Facebook hat in Deutschland ca. 18. Millionen Fans, Xing ca. vier Millionen Mitglieder und das in Deutschland noch nicht so häufig genutzte Business-Netzwerk, LinkedIn, um die 1,3 Millionen. Personaler diskutieren in Blogs, auf Personal-Messen und in Personalfachmedien darüber, ob es Sinn macht, potenzielle Bewerber über Social Media-Kanäle anzusprechen. Immer mehr Unternehmen nutzen Facebook zur Ansprache von Studenten und Absolventen. Aber wie finden das die Studenten und Absolventen? Möchten Sie Facebook & Co. ausschließlich privat nutzen oder betrachten sie WEB 2.0-Plattformen als neue Jobbörsen?
Einschlägige Karriere-Ratgeber legen Bewerbern ans Herz, auf ihre Online-Reputation acht zu geben, weil Recruiter Facebook & Co. nach Fehltritten durchforsten, um herauszufinden, ob sich der positive Eindruck, den die Bewerbungsunterlagen vermitteln, sich auch im privaten Web 2.0-Umfeld bestätigt. Fast 50 Prozent der Personaler googlen im Internet nach Bewerberdaten, 21 Prozent der Personaler fahnden auf XING und LinkedIn nach CVs und 19 Prozent durchforsten private, soziale Netzwerke wie Facebook. Das fand der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V (BITKOM) in einer aktuellen Befragung unter 1500 Geschäftsführern heraus. Nicht gesellschaftsfähige Partyfotos oder politische Äußerungen können trotz guter akademischer Qualifikationen und weiteren auf dem Arbeitsmarkt gefragten Qualitäten den guten Ruf schnell zerstören.
Im Rahmen seiner Social Media Studie befragte die Unternehmensberatung Kienbaum in der ersten Jahreshälfte des vergangenen Jahres 1155 Absolventen, Studenten und (Young) Professionals unterschiedlicher Fachrichtungen nach ihrem Nutzungsverhalten bei der Jobsuche im Internet. Die Mehrheit (93 Prozent) der Teilnehmer waren zwischen 18 und 35 Jahren. Der Studie zufolge suchen die meisten Umfrageteilnehmer auf den Karriere-Websites von Unternehmen nach Jobs. Die Mehrheit der Befragten empfindet die Präsenz von Unternehmen in privaten Social Networks als eher negativ. Haben Arbeitgeber diese Botschaft nicht verstanden? Statt sich auf XING und ihre Karriere-Websites zu konzentrieren, richten immer mehr Unternehmen eine Fanpage ein. Da es ich um eine repräsentative Umfrage handelt, kann man davon ausgehen, dass die Mehrheit der Studenten, Absolventen und Young Professionals keinen Vorteil darin sehen, dass Arbeitgeber im privaten Social-Media-Umfeld zukünftige Mitarbeiter ansprechen oder rekrutieren wollen.
Wenn Arbeitgeber diese Botschaft aber nicht verstehen wollen und weiterhin ihre Social Networking-Aktivitäten ausbauen, ist umso wichtiger darauf zu achten, was man wo postet. Denn jeder ist irgendwann mal als Bewerber unterwegs.
