Artikel-Schlagworte: „Soziales Engagement“

Wann sind Unternehmen wirklich top?

Freitag, 12. August 2011

Es gibt mal wieder ein neues Ranking. Dabei geht es nicht wie so oft um die beliebtesten Arbeitgeber, sondern um „Deutschlands vorbildlichste Unternehmen“. Dazu befragte die Beratungsgesellschaft Ernst & Young 1.000 Verbraucher in Deutschland.

Die Messlatte der Deutschen hängt hoch. Als wichtigstes Kriterium, das ein Unternehmen zum Top-Unternehmen macht,  nennen 73 Prozent der Befragten die Schaffung von Arbeitsplätzen in Deutschland. Am zweit wichtigsten ist der Umweltschutz mit 68 Prozent. Für 62 Prozent der Teilnehmer zählt die Innovationskraft eines Unternehmens und fast genauso viele Befragte messen Unternehmen an ihrem positiven Beitrag zur Entwicklung des Wirtschaftsstandorts Deutschland, was letztendlich wieder in die Schaffung von Arbeitsplätzen mündet. Für 57 Prozent der Befragten steigen Unternehmen in der Bewertung, wenn sie hohe ethische Ansprüche umsetzen und 52 Prozent halten soziales Engagement für wichtig.

Neue Arbeitsplätze, Umweltschutz und Nachhaltigkeit haben oberste Priorität

Aus Sicht der Befragten gehen als Sieger  in Sachen Schaffung von Arbeitsplätzen Volkswagen mit 24 Prozent, Siemens  mit 14 Prozent und Daimler mit 10 Prozent hervor. Schwieriger wird die Bewertung  in Puncto Umweltschutz und nachhaltigem Wirtschaften. 34 Prozent der Teilnehmer der Umfrage können kein Unternehmen benennen, das sich hier hervortut. Marc Smith, Managing Partner bei Ernst & Young,  bewertet die Wahrnehmung der Umfrageteilnehmer als teilweise einseitig. Bekannte deutsche Konzerne, die gleichzeitig zu den größten Arbeitgebern gehören, stehen im allgemeinen öffentlichen Bewusstsein für Innovation und Arbeitsplatzgenerator. Themen wie Umweltschutz, Nachhaltigkeit und ethisches Handeln sind noch nicht so lange in den Medien und der öffentlichen Diskussion, was dazu führt, dass weniger Bürger hierzu eine Meinung gebildet haben. Laut Smith wird Deutschland in erster Linie als Automobilstandort wahrgenommen – und das nicht nur im Ausland.  Vergleicht man die wichtigsten  Arbeitgeber-Rankings mit dieser Umfrage, wird der Bewusstseinstransfer schnell deutlich, denn Arbeitgeber aus der Automobilbranche gehören zu den beliebtesten Arbeitgebern in Deutschland.

Transparenz ist wichtiger denn je
Also haben deutsche Konzerne ein größeres Hausaufgaben-Pensum vor sich. Obwohl für jeden Zweiten die ethischen Werte und das soziale Engagement eines Unternehmens wichtig sind, kann nur jeder Dritte ein Unternehmen benennen, das seiner Meinung nach ethisch einwandfrei handelt, indem es beispielsweise konsequent gegen firmeninterne Korruption vorgeht. Demnach klaffen Anspruch und Wahrnehmung weit auseinander. Hier sieht Smith eine Chance für Unternehmen, bei denen es Skandale und unehrenhaftes oder sogar kriminelles Handeln von Top-Managern gab. Denn die drei  Siegerunternehmen in der Kategorie Schaffung von Arbeitsplätzen –  Siemens, VW und Telekom  waren alle in jüngster Vergangenheit mit dem Vorwurf unethischen Handelns konfrontiert. Offensichtlich haben sie ihre Baustellen abgearbeitet und dies auch öffentlich gemacht.

Unternehmen, die nicht nachhaltig handeln werden das deutlich spüren
In der Ausgabe der vergangenen Woche berichtete die Wiwo über eine Studie, die Coca Cola zusammen mit der Verbraucher Initiative e.V. durchgeführt hat. Konsumenten legen immer mehr Wert auf Nachhaltigkeit. Demnach gab jeder dritte Befragte an, dass er seine Kaufentscheidungen  an seine Meinung über das Nachhaltige Handeln des Produzenten des Produkts koppelt. Auch hier stehen  Unternehmen einer große Herausforderung gegenüber. Denn was nützt gelebte Nachhaltigkeit, beispielsweise im Bezug auf Umweltschutz oder die Verwendung und Herstellung recyclebarer Materialien, wenn die breite Öffentlichkeit nicht davon erfährt.

Was mich noch brennend interessiert?  Was sind für Euch die wichtigsten Kriterien, die ein Top-Unternehmen ausmachen?  Aus welchen Gründen würdet Ihr Unternehmen als Arbeitgeber ablehnen? Ich freue mich auf Eure Kommentare!

Eure Anja

Jugendliche in Deutschland sehen mit Zuversicht in die Zukunft – Teil 1

Mittwoch, 15. September 2010

Gestern erschien die 14. Shell-Jugendstudie, die in Zusammenarbeit mit Sozialwissenschaftlern der Universität Bielefeld und Infratest durchgeführt wurde. Befragt wurden mehr als 2.500 Jugendliche zwischen 12 und 25 Jahren wurden zu ihrer Bildungs- und Lebenssituation sowie zu ihrer Wertevorstelllung und politischer Einstellung befragt.

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Im Vergleich zur letzten Studie zeigt sich eindeutig, dass das allgemeine Interesse und das Vertrauen in die Politik rückläufig ist. Insgesamt interessieren sich nur 34 Prozent der Jugendlichen für Politik. Hauptsächlich sind das Jugendliche mit höherem Bildungsniveau. 59 Prozent der Befragten (2009 waren es 50 Prozent) sehen ihrer Zukunft mit Optimismus entgegen. Auch hier ist der soziale und der Bildungsunterschied ausschlaggebend: Nur 33 Prozent aus sozial benachteiligten Familien blicken mit Optimismus in die Zukunft.

Bildung ist der  Schlüssel zum Erfolg
In Deutschland hängt der berufliche und gesellschaftliche Erfolg wie in keinem anderen Land sehr stark von der sozialen Herkunft ab. Das empfinden die Befragten auch so. Daher ist ein guter Schulabschluss umso wichtiger. Während insgesamt 71 Prozent der Jugendlichen glauben, ihre beruflichen Vorstellungen verwirklichen zu können, sind nur 41 Prozent der Befragten aus sozial schwierigen Verhältnissen davon überzeugt. Etwa die Hälfte aller Schüler/innen möchte das Abitur oder eine fachgebundene Hochschulreife erwerben. Dabei streben mehr Mädchen als Jungen eine höhere Bildung an.

Karriere ist wichtig – Familie auch
Die Familie hat bei den befragten Jugendlichen einen hohen Stellenwert und ist genauso wichtig wie die Karriere. 75  Prozent der Mädchen und 65 Prozent der Jungen glauben, dass man zum Glücklichsein eine Familie braucht. Mehr als zwei Drittel wollen später eigene Kinder haben.

Ohne Computer geht gar nichts
96 Prozent aller Jugendlicher haben Zugriff auf der Internet. Im Schnitt verbringen sie 13 Stunden pro Woche am Computer. Auch hier unterscheidet sich das Freizeitverhalten von Jungendlichen aus privilegierten Elternhäusern gegenüber denen aus sozial benachteiligten Familien. Erstere beschäftigen sich mehr mit Lesen und kreativen Tätigkeiten. Darüber hinaus haben sie viele soziale Kontakte.
Auch die Art der Internetnutzung ist abhängig von der sozialen Herkunft. 25 Prozent der Mädchen sind digitale Netzwerker und nutzen soziale Netzwerke wie Facebook und StudiVZ. 24 Prozent der männlichen Jugendlichen aus sozial benachteiligten Familien sind Gamer. 34 Prozent (hauptsächlich Jungen aus oberen sozialen Schichten) nutzen die ganze Bandbreit des Netzes.

Soziales Engagement steht hoch im Kurs
39 Prozent Jugendliche engagieren sich sozial. Dies ist eine Steigerung gegenüber den Vorjahren. Auch hier gibt es eine soziale Kluft: Engagement ist abhängig von der Bildung und der sozialen Schicht.
Jugendliche sehen den demographischen Wandel in Deutschland als Problem. Mehr als 50 Prozent bewerten das Verhältnis zwischen Jung und alt als eher gespannt. Trotzdem zeigen immer mehr Jugendliche Respekt vor dem Alter. Ein Beweis dafür ist die Tatsache, dass 47 Prozent der Meinung sind, dass die Verteilung des Wohlstands in Deutschland gerecht sei.

Realisten und Idealisten
Insgesamt unterscheidet die Studie vier Typen von Jugendlichen, die sich den Herausforderungen der Zukunft unterschiedlich stellen:

  1. Selbstbewusste Macher
  2. Pragmatischen Idealisten
  3. Zögernde Unauffällige
  4. Robuste Materialisten

Studium beendet – und dann?

Donnerstag, 4. Februar 2010

Teach First Deutschland bietet einen sinnvollen alternativen Berufseinstieg für Absolventen091126-KOP-TeachFirstDeutschlandLogo_4Cscreen_250_100

Die Herausforderung.
In kaum einem anderen Industrieland hängt der Schulerfolg von Kindern und Jugendlichen so stark vom Einkommen und Bildungsstand ihrer Eltern ab, wie in Deutschland. Dies ist eines der größten Zukunftsprobleme, vor denen unsere Gesellschaft steht.

Der Lösungsbeitrag.
Die gemeinnützige Bildungsinitiative Teach First Deutschland will bessere Bildungschancen für Kinder und Jugendliche mit schlechten Startbedingungen schaffen. Dazu bringt sie zusätzliche, kompetente Fachkräfte („Fellows“) für zwei Jahre an Schulen in sozialen Brennpunkten und fördert so die Schülerinnen und Schüler.

Das Programm ist 2009 in Berlin, Hamburg und Nordrhein- Westfalen mit rund 70 Fellows gestartet, weitere Bundesländer werden dazu kommen.

Im Zentrum des Einsatzes steht dabei der Erfolg der Schülerinnen und Schüler. Fellows stärken Schulen, die unter schwierigen Bedingungen außerordentliche Arbeit leisten. Dadurch können sie direkt positive Wirkung entfalten.

Ehemalige Fellows bewirken weiterhin positiven Wandel im Bildungssystem – sei es als Sozialunternehmer, Stiftungsreferentin, Bundestagsabgeordneter, Professorin oder Journalist; sie bilden ein enges Netzwerk und setzen sich weiter für gerechte Bildungschancen ein.

Was willst Du verändern? – Werde Teach First Deutschland Fellow!

Mehr Informationen für Absolventen gibt es unter http://www.teachfirst.de/absolventen, aktuelle Geschichten von Fellows der Initiative hier: http://teachfirstdeutschland,.wordpress.com.

Bewerben können sich Absolventen aller Fachrichtungen bis zum 15. März unter http://bewerbung.teachfirst.de